Rund um den Do-Khyi

Ba-Tu


Der Do-Khyi ist eine der ältesten Hunderassen, seit Generationen ohne Einwirkungen einer anderen Rasse. Die Geschichte besagt, dass diese Rasse etwa 3000 Jahre alt ist. Ihr Ursprung liegt in den Weiten der tibetischen Hochebene und in den angrenzenden Regionen des Himalaya. Das tibetische Wort Do-Khyi bedeutet "angeleinter Hund".

Dieser wachsame, imposante und sehr intelligente Hund fand Verwendung als Begleit- und Herdenschutzhund bei Nomaden und als Wachhund in Ortschaften und Klöstern. Die unterschiedlichen Typen des Do-Khyis ergeben sich aus der vielseitigen Verwendung in der damaligen Zeit.

Do-Khyis wurden gezüchtet um auch extremen Temperaturen ihres heimischen Gebirgslandes standhalten zu können. Die Tibeter sehen in einem weißen Brustfleck ein gutes Zeichen, ein Symbol für ein tapferes Herz. Eine weiße Rutenspitze dagegen wird abgeschnitten. Man hält sie für einen Beweis der Schwäche. Die Tibeter legen ihren Hunden ein schützendes, wolliges Halsband aus den feinsten, harten Haaren des Schwanzes eines Yaks um. Dieses Haar wird rot gefärbt. Trägt der Do-Khyi ein solches Halsband erscheint er noch größer und drohender. Die tibetischen Hunde reisten mit Alexander dem Großen vom "Dach der Welt" in die europäischen Länder. Hier hinterließen sie den Ursprung für so viele der heutigen Mastiffs und Herdenschutzhunde.

In seinem Heimatland Tibet wurde der Do-Khyi nach der Annexion durch die Chinesen stark dezimiert. Viele alte Blutlinien gingen dadurch für immer verloren. Einige Hunde erreichten Amerika jedoch bereits Anfang der 70er Jahre über Drogenschmuggler, die illegal Stoff unter doppelten Böden in den Hunde-Transportbehältern ins Land brachten. Diese Händler verschifften die größten und agressivsten Do-Khyis, wo kein Zollinspektor es wagte, diese Kisten näher zu untersuchen. Positiv hierbei ist zu erwähnen, dass dadurch viele wertvolle Exemplare dem kommunistischen China entkommen sind und in die Hand wirklich interessierter Züchter gelangten. Ende der 70er Jahre begann dann die Reinzucht in Europa.

Die Tibeter unterscheiden zwischen dem "Tsang-Khyi", dem großen Wächter von Klöstern und Höfen, und dem "Apso-Khyi" (Bhotia), der mehr im südlichen Himalaya beheimatet ist und zum Schutz der Herden diente. Das raue Klima, die unwirtlichen Lebensbedingungen und die damit verbundene Auslese haben den Do-Khyi sehr stark geprägt. Nur die gesündesten und anpassungsfähigsten konnten überleben und sich fortpflanzen. So entwickelte sich ein kraft-substanzvoller Hund mit starken Knochen, kräftiger Muskulatur, vorzüglicher Kondition und einem ausgezeichnet funktionierenden Bewegungsapparat. Das mittellange Fell schützt ihn vor Regen, Kälte und Schnee. Die dichte Unterwolle wird in den wärmeren Monaten abgestoßen. Trotz seiner Größe ist er ein ausdauernder Läufer. Auch wenn ihm Haus und Garten zur Verfügung stehen, braucht er seinen täglichen Auslauf, auf dem er soziale Kontakte mit Artgenossen pflegen kann.

Der Do-Khyi ist ein langsam heranwachsender und reifender Hund. Die Hündinnen, die in der Regel nur einmal im Jahr (in den Wintermonaten) läufig werden, brauchen etwa 3 Jahre, bis sie charakterlich gefestigt sind, die Rüden ein gutes Jahr länger.

Der Do-Khyi ist im Umgang mit anderen Haustieren friedlich, verteidigt sich aber nachhaltig, wenn er herausgefordert wird. Diese Hunde haben den Ruf eine ganze Stadt schützen zu können.Trotz ihrer ausgeprägten, nach außen gerichteten Schutzinstinkte, sind Do-Khyis der eigenen Familie gegenüber sanft und sehr kinderlieb. In ihrer Heimat werden diese Hunde selbst von kleinen Kindern kontrolliert, die sie führen und sogar mit Leichtigkeit von Eindringlingen abrufen können.

Die Voraussetzungen für eine gute Entwicklung sind die Einbindung in seine Familie und Beschäftigung im Einklang mit seinem Naturell und seinem Umfeld, sodass er nie untätig wird. Werden seine grundlegenden Bedürfnisse jedoch ignoriert, indem er isoliert in einen Zwinger oder an der Kette leben muss, wird dieser intelligente Hund seelisch verkümmern, flegmatisch oder sehr gefährlich werden.

Der Züchter hat die Aufgabe die Besonderheiten dieser Rasse den zukünftigen Besitzern zu vermitteln, ihnen immer mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Dann wird es sicher ein besonderes Erlebnis, den Do-Khyi heranwachsen zu sehen, mit ihm als erwachsenen Hund zusammenzuleben, und im Alter seine würdevolle Ausstrahlung und Souveränität zu genießen.
Ba-Tu





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